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Dienstag, 2. Dezember 2008

Bausachverständigengutachten in Spanien

Oft kommen nach der anfänglichen Euphorie über den Kauf eines Grundstückes oder einer Immobilie in Spanien die ersten Zweifel, ob die Qualität der Ausführung den eingeforderten Preis rechtfertigt. Denn die ist leider nicht immer so wie der Käufer oder Bauherr sich das vorstellt. Da greift man schonmal schnell zu einem Bausachverständigen-Gutachten, um vielleicht sogar vor Gericht sein Recht durchzusetzen. Klassiche Fälle sind: Feuchteschäden, schlechte Fenster- und Türqualitäten, nicht funktionierendes oder gar kein Klimasystem, defizientes Wasserversorgungssystem...... In extremen Fällen Grundstücke, die nicht bebaut werden dürfen, Häuser die auf verfülltem Boden gebaut werden und beängstigende Risse haben, unzureichende Dimensionierung der Fundamente.... Der Klassiker ist und bleibt aber die überbezahlte Baustelle (zuviel Vorauskasse), gegen die auch Richter machtlos sind. Denn die beste Rechtssprechnung hilft nichts bei einem bankrotten Installateur, wo einfach nichts mehr zu holen ist.

Was also tun, wenn Probleme auftreten? Es wird nach einem Bau Sachverständigen gefahndet. Aber Vorsicht: Es gibt keinen geschützten Begriff des Bausachverständigen oder Gutachters für Baufragen in Spanien. Jeder kann sich also Gutachter nennen - auch jemand, der letztes Jahr seinen Gartenzaun ausgewechselt hat und sich nun sehr verbunden fühlt mit der Materie.

Um nun nicht vom Regen in die Traufe zu tappen, sollte einem Gericht wenigstens ein Gutachten vorgelegt werden, dass von einer Kammer freigegeben wurde (Architektenkammer oder Aparejador), damit die Titel legitimiert sind. Wichtig in einem Gutachten sind immer die Gründe, die ausschlaggebend sind, dieses zu erstellen, die beteiligten Parteien sowie den Ablauf der Sache ausführlich zu beschreiben, bevor man in die eigentliche Mängelliste eintritt. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es sich immer lohnt ein Gutachten zu beauftragen, bevor Verträge unterzeichnet werden oder gar bezahlt wird. Ein vergleichsweise geringes Investment, das sich lohnen kann.

Donnerstag, 4. September 2008

Alternative Energie in Spanien und staatliche Förderung

Und wieder einmal wird das Gesetz zur Förderung alternativer Energien in Spanien novelliert (zum 4. Mal)..... Und wieder einmal ist es, natürlich, das Beste was Europa zu bieten hat, wie der spanische Industrieminister Miguel Sebastián weiss. So wird nach seiner Einschätzung Spanien das Land sein, "das die regenerativen Energien am meisten fördert in Europa".

Leider ist bei genauen Hinschauen nicht alles Gold was glänzt. In Wirklichkeit werden die Förderungen heruntergefahren, um bis zu 35%. Minister Sebastian - bekannt für seine kontrovers-sarkastischen Meinungen - lässt verlauten, dass "wir nicht unser Geld für Strom ausgeben können...." damit "....Deutschland und China Nutzniesser davon sind ....". Viva Globalizacion! Er spricht damit Solarparks an, die mit deutschem Kapital und Firmen in Spanien entstanden sind, und grösstenteils mit chinesischen Fotovoltaikplatten ausgeführt werden.

Dennoch: die Aussage ist so nicht ganz korrekt. Der grösste Solarpark Spaniens (und auch der Welt) mit 1 Mio. qm bebauter Fläche und 23 MW Anschlussleistung (etwa 130.000 Haushalte) steht baldigst in Galizien und wird von der spanischen Cooperativa Solar installiert. Auch der grösste Solar-Park auf einem Dach wird von einer spanischen Firma ausgeführt: Auf der Messe in Barcelona gehen von September 2008 an 3,25 MW ans Netz der Sevillana Endesa, auf 150.000 qm Dachfläche installiert und ausgeführt von der spanischen FIRA 2000. Minister Sebastian möchte mit dem neuen Dekret regulieren, dass für die spanischen Unternehmen mehr herauskommt, sicher legitim, für uns als ausführende Planer hört sich das wieder einmal nach einer Unmenge Papierkram und bürokratischen Aufwand an. Jedenfalls, und das ist ein richtiges Argument, es sollen die kleinen Anlagen mehr gefördert werden als die grossen. Also für die Häuslesbauer gilt dann in Zukunft: Windmühlen und Solar Paneele auf die Flachdächer packen! Vergessen Sie bei Ihrem Hausbau daher nicht, Ihren Statiker zu avisieren, die zusätzliche Last mit zu berechnen.
Wir warten gespannt auf das Dekret.